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Häufige Fragen zu Merinowolle

Welche Funktionsunterwäsche ist am atmungsaktivsten?

Vor allem im Outdoor Bereich gibt es viele Kleidungsstücke, die mit dem Label atmungsaktiv angepriesen werden. Von der Socke bis hin zur Mütze ist atmungsaktiv. Doch was bedeutet atmungsaktiv? Was steckt hinter dem Begriff?

Was bedeutet atmungsaktiv?

Atmet unsere Kleidung tatsächlich selbst? Leider nein, unsere Kleidung kann nicht selber atmen. Vielmehr versteht man unter Atmungsaktivität eine Wasserdampfdurchlässigkeit der Textilien, die bei anstrengenden Aktivitäten den Schweiß von der Haut weg von innen nach außen leiten. Diese Stoffe weisen zugleich Wind und Feuchtigkeit ab. Das sorgt beim Sport für ein angenehmeres, trockeneres Trageklima und hilft, übermäßigem Schwitzen und Überhitzung entgegenzuwirken. Im Zusammenhang mit Atmungsaktivität geht es also um die Frage, was mit dem Schweiß passiert, den unser Körper produziert und der Regulierung von Feuchtigkeit.

Schwitzen beim Sport

Strengen wir uns körperlich an erzeugt unser Körper Energie. Die ist auch nötig, wollen wir uns beim Joggen doch schneller als gewöhnlich bewegen. Ungefähr 20% verwandelt unser Körper direkt in mechanische Energie um, der Rest wird in Form von Wärme abgegeben. Effizienz sieht anders aus und der Körper muss sich etwas einfallen lassen um der großen Menge an Wärme zu bewältigen.

Die Lösung des Problems: Eine Wasserkühlung für den ganzen Körper. Schweißdrüsen von Kopf bis Fuß schütten Schweiß aus und verhindern eine Überhitzung. Dabei werden bei durchschnittlicher Belastung 200 bis 700 Milliliter Schweiß, bei extremer Belastung sogar bis zu 1,5 Liter Schweiß pro Stunde produziert.

Bleibt der Schweiß nun auf dem Körper kann es unangenehm werden. Dass es sich nicht toll anfühlt, wenn die feuchten Klamotten auf der Haut kleben ist klar. Es kann aber auch zu einem Hitzestau zwischen Körper und Kleidung kommen oder der Körper kühlt unangenehm aus. Daher stellt sich die Frage: Was passiert mit dem Schweiß?

Unsere Bekleidung sollte in der Lage sein, die Feuchtigkeit von der Haut nach außen zu leiten. Genau das ist Atmungsaktive Kleidung auch, sie lässt den Wasserdampf nach außen. Wie atmungsaktiv ein Kleidungsstück ist, lässt sich messen. Wasserdampf in Gramm je Quadratmeter über einen Zeitraum von 24 Stunden. Hat man also eine Atmungsaktivität von 3.000, können innerhalb von einem Tag 3.000g Wasserdampf über einen Quadratmeter der Kleidung entweichen.

Wie wird Atmungsaktivität gemessen?

Es gibt zwei Prüfmethoden wie man die Atmungsaktivität messen kann. Die MVTR- und RET Methode. Hier ein kurzer Einblick in die Methoden.

Moisture Vapor Transmission Rate (MVTR)

Wie schon vorher beschrieben wird die Menge an Flüssigkeit, die über einen bestimmten Zeitraum verdunstet gemessen. Der MVTR-Test ist nicht eindeutig genormt, die Ergebnisse können also bei veränderten Test- und Laborbedingungen mit unterschiedlicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit anders ausfallen. Ebenfalls die Luftdurchlässigkeit des Gewebes wird nicht berücksichtigt.

Resistance of Evaporation of a Textile (RET)

Hier wird gemessen welche Kraft der Wasserdampf benötigt, um durch das Textil zu gelangen. Beim Test wird das Kleidungsstück Wasserdampf ausgesetzt, was das Schwitzen simuliert. Da der Test in einem Klimaschrank durchgeführt wird, gilt er als relativ unabhängig von Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Wie wird Atmungsaktivität angegeben?

Wichtig: MVTR als auch RET sind bei der Produktauswahl lediglich als Richtwert zu verstehen. In der Praxis des Outdoor-Alltags stimmen die Bedingungen im Testlabor hinsichtlich des Luftdrucks, Temperatur und Luftfeuchtigkeit meist selten überein. Außerdem kommen noch Bewegung und Wind hinzu, was Abweichungen von Theorie zur Praxis daher oft zur Regel macht. Dennoch ist eine grobe Orientierung möglich.

Atmungsaktivität

MVTR

RET

Schlecht bis nicht atmungsaktiv

 Unter 3.000/m²/24h

Größer 20

Ausreichend atmungsaktiv

Ab 3.000/m²/24h

13 - 20

Gut atmungsaktiv

10.000/m²/24h

6 - 13

Sehr atmungsaktiv

15.000 bis 40.000/m²/24h

0 - 6

 

Baumwolle, Kunstfaser oder Merino?

Um den Schweiß effektiv vom Körper wegzuleiten müssen alle getragenen schichten aufeinander abgestimmt sein. Wie das genau funktioniert erfährst du hier [LINK: Zwiebelprinzip]. Dabei ist es wichtig wie schnell das Material die Feuchtigkeit wieder abstößt und nicht wie viel es aufnehmen kann. Baumwolle zieht den Schweiß zügig vom Körper weg und speichert ihn auch schnell. Ein durchgehender Feuchtigkeitstransport wird dadurch verhindert und ist deshalb nicht gut geeignet.

Kunstfasern hingegen funktionieren sehr viel besser wie zum Beispiel Polyester oder Polyacryl. Schon bei 20 Grad Celsius und 65% Luftfeuchtigkeit nimmt Polyester nur 7% seines Eigengewichts an Feuchtigkeit auf und trocknet auch sehr schnell wieder.

 Merino überzeugt nicht nur mit einem weichen angenehmen Tragekomfort, sondern auch mit den Eigenschaften der Fasern. Die Wolle nimmt bis zu einem Drittel ihres Gewichts an Feuchtigkeit auf, leitet diese von der Haut weg und trocknet schnell. Durch geruchshemmende Wirkung hat man mit Merinowolle immer ein sehr gutes Mikroklima.

Fazit

Bei Atmungsaktivität geht es also darum wie man die Feuchtigkeit am besten von Körper loswird. Je nach Material kann der Wasserdampf mal besser und mal schlechter abtransportiert werden. Außerdem ist clevere Kombination der verschieden Kleidungsschichten wichtig. An den zwei Prüfmethoden kann man sich beim Kauf ungefähr orientieren wie atmungsaktiv ein Kleidungsstück ist. 

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